Übersichtskarte

Guayaquil - auf dem Weg zu den Galapagos Inseln

Montag, 12.09.2011

Wir verlassen Peru mit dem Flugzeug und kommen in Ecuador, in Guayaquil an. Die Stadt soll uns nur als kurzer Zwischenstop zu den Galapagos Insel dienen. In unserem Reisefuehrer steht eine Seite zun der Sicherheitslage der Stadt und es waere eindeutig einfacher gewesen nur das Viertel hin zu schreiben welches sicher ist. Wir sind auf jeden Fall etwas verunsichert und das wird auch nicht verbessert durch den Eindruck der Haueser. Alle Gebauede wirken ziemlich verschanzt und die Minimaerkte sind nicht mal begehbar. Vor dem Laden befindet sich ein Gitter durch welches man bedient wird, die gleiche Situation finden wir bei der Waescherei.

Andenpass von oben Guayaquil von oben; Schick sieht anders aus   Minimarkt mit GitterSelbst der Eisladen bleibt von Gittern nicht verschont! Das is doch mal eine nette Atmosphäre...

Da wir nur zwei Naechte dort waren hier ein kurzer Ueberblick der Highlights:

Das sicherste Stadtviertel, in welchem wir auch unseren ersten Abend verbringen ist LAS PEÑAS. Auf einem Huegel direkt am Fluss fuehren 444 Stufen hoch von den links und rechts schoene Haueschen sind, alles ist super sauber und gepflegt, es erinnert ein bisschen an an Disney World. 

Blick von Las Penas Der böse Nachbarhügel; Da wird noch geraubt und gemordet... willkommen in der Matrix

Am naechsten morgen machen wir uns auf den Weg in den Parque de Iguanas und tatsaechlich wie im Reisefuehrer versprochen die Wege liegen voll von zutraulichen und riesigen Leguanen.

Zur Abwechslung mal ne Kirche Iguanas streicheln.. :) Der Taube scheints auf der Echse zu gefallen.. Iguanas können sogar klettern.. .. und auf Bäumen abhängen! Niklas, Katja und Erwin

Am Nachmittag laufen wir an der Flusspromenade entlang, auch diese ist wunderschoen angelegt und wird zahlreich von den Einheimischen genutzt. Besonders auffallend ist die Anzahl junger Muetter (um die 20) und die Anzahl an Kindern allgemein. Wir finden am Ufer des Flusses ein "Piratenschiff" und beschliessen an Board zu gehen.Waehrend der Bootstour entlang des Ufers gabs auch nicht viel zu sehen. Das spannendste waren wohl die 20 oesterreichischen Jungs, um die 12 Jahre, welche mit ihrem Chor auf Tournee waren und sich sehr auf dem Bootsausflug langweilten. Wir waren etwas verwirrt, ob die Eltern wussten in welche Stadt ihre Knaben mit der Betreuerin hinfahren?!

Hafenpromenade Volle Fahrt voraus Las Penas und der böse Nachbarhügel Las Penas Piratenbraut Entlang der Uferpromenade Malecon 2000

Zum Abendessen ging es in den Club de Trabajadores, laut Reisefuehrer ein einfacher runtergekommener Raum, mit Plastikstuehlen, gegessen wird mit den Haenden und Bier aus den winzigsten Glaeschen getrunken. Tatsaechlich, wie beschrieben... um uns rum betrunkene Arbeiter die ihren Feierabend geniessen. Die Schweinerippchen waren lecker und wir waren auf jeden Fall eine Attraktion. Es verirren sich wohl nicht so oft Touristen in diesen runtergekommenen Laden. Schliesslich kommt eine angetrunkene 50jaehrige an unseren Tisch um einen kleinen Smalltalk anzufangen, sie wollte uns sogar ein Bier ausgeben. Doch dann faellt aus ihrem Mund (mit eher schlechten Zaehnen) ein Bonbon raus und rollt zwischen uns ueber den Tisch. Sie hat es natuerlich schnell zurueck geschoben und wir wussten dann auch es wird Zeit zu gehen.

Club de Trabajadores Worker meets Tourist

Zurueck im Hostal, dass muss auf jeden Fall erwaehnt werden, hat es doch tatsaechlich ein Gast gewagt unser Bier aus dem Kuehlschrank zu klauen. Doch das war zum Glueck auch der einzige kriminelle Zwischenfall der uns wiederfahren ist. Denn nur noch ein mal schlafen und dann auf zu nach Galapagos, wir sind super gespannt.

Lima - die 8 Millionen Hauptstadt Perus

Samstag, 10.09.2011

Es fiel uns nicht leicht Arequipa zu verlassen, aufgrund des fruehlinghaften Wetters, immer blauer Himmel und ganz allgemein wir haben uns einfach wohlgefuehlt. Fuer die 12h Fahrt nach Lima, haben wir uns fuer 30 Euro einen Bus der extra Klasse gegoennt - Cruz del Sur. Als wir am Bus Terminal ankommen, kamen wir uns bereits schon eher vor wie auf dem Flughafen. Unser Gepaeck wurde kontrolliert und aufgegeben und nach anschliessender Personenkontrolle warten wir in der VIP Lounge. Dann im Bus wird die Aehnlichkeit zu einem bevorstehenden Flug immer groesser, wir beziehen unsere Sitzbetten und es folgt ueber die Bildschirme ein Video zu den Sicherheitshinweisen. Wir werden aufgefordert uns anzuschnallen und los gehts, wir heben ab, aeh fahren los. Trotz bequemer Sitze und Bordservice sind wir sehr froh dann endlich anzukommen.

 Alles anschnallen wir heben ab...

Im Hostel bekommen wir unser Zimmer gezeigt, wir haben uns diesmal wieder fuer einen Schlafsaal entschieden. Doch es sollte nur eine Nacht in diesem Hostel werden. In unserem Zimmer hausten bereits zwei ca 55 jaehrige Brasilianer, welche sich wie 16 jaehrige auffuehrten. Es stank nach Alkohol Ausduenstung, feuchten Wanden und wer weiss was. Die Herrschaften waren wie die meiste Zeit am Schlafen und hoerten dazu aus ihrem Handy lautstark Musik. Also stand fest morgen gehts in ein neues Hostel. Doch erst mal die Stadt erkunden, wir befinden uns im Stadtteil Miraflores, der zu den reichsten Stadtteilen von Lima gehoert. Entlang der Kueste, ist eine wunderschoen angelegte Parkanlage, die Menschen machen Sport und fuehren ihre Hunde an der Leine spazieren (was wir so in Peru noch nicht gesehen haben). Die gruenen saftigen Rasenflaechen werden grosszuegig gegossen. Es ist unvorstellbar, dass sich Stadtteile, bzw. Slums anschliessen in den Menschen um ihr taegliches Brot kaempfen. Oder wie unser Reisefuehrer ueber Lima schreibt "zwei Mio. leben, sechs Mio. ueberleben". Den ersten Abend beenden wir mit einem Pup Crawl.

MirafloresBeim Fotografieren...Unsere Partystrasse weckt Heimweh...endlich das Meer!!allerdings kein Badewetterexklusives ParaglidingPark Guell laesst gruessen...Aussicht von obenMan sollte allerdings nicht ausblenden dass es in Lima hauptsaechlich so aussieht.

 Am naechtsen Tag nach dem Umzug ins neue Hostel, besichtigen wir die Altstadt Limas. Wobei ich nicht ganz nach vollziehen kann fuer was alles der Titel Unesco Welterbe vergeben wurde. Auf Nacht besuchten wir eine Parkanlage, deren Hauptattraktion mehrere Springbrunnen waren. Ein bisschen kitschig, aber vor allem bei den Einheimischen sehr beliebt. Und uns hats doch auch ganz gut gefallen.

 Chillige DachterasseWas passiert sonst so auf der Welt??Stadt der BalkoneLima bei Nachtder heochste Springbrunnen der Weltnoch ein Schritt zurueck....Lichtershow inklusiveWassertunnelganz trocken bleibt man nicht...das Springbrunnenlabyrinth

Wie man vielleicht auch unserem Blog schon entnehmen konnte, wir lieben peruanisches Essen und es bleibt nichts unversucht. Was kann uns da besseres passieren als eine Essensmesse - die MISTURA- mit allen peruanischen Spezialitaeten, die just zu dieser Zeit in Lima statt fand. Wir trauemten schon davon wie wir uns durch die Messe hindurchmampfen fuer nur 5 Euro Person. Dann der grosse Tag steht bevor wir machen uns auf dem Weg zu dem riesigen Messegelaende. Auch von der ersten Herausforderung den Eingang zu finden lassen wir uns nicht entmutigen. Dann endlich gefunden, hiess es, dass es die Tickets eine Strasse weitergeben soll. Um das Gelaende ist die Hoelle los, Menschenmassen schieben sich ueber die Gesteige, dazwischen das Gebruell der Ticketsverkauefer, welche allerdings die Tickets mit einem ordentlichen Aufschlag anbieten. Unertraegliches Gehupe auf den Dichtgefuellten Strassen, Sind die Strassen vierspurig? Man kann es gar nicht erkennen, dazwischen lebensmutige Verkehrspolizisten. Wir machen uns ohne so recht zu wissen wo genau der Ticketverkaufsstand ist auf ins Getuemmel. Langsam erleidet auch unsere gute Laune, aufgrund knurrender Maegen einen Umschwung. Dann endlich auf der naechsten Strassenseite um die Ecke soll der Verkauf statt finden, wie eine Passantin mitteilt. Doch dann wir sind sprachlos, wo ist das Ende der Menschenschlange?! Wir ueberschlagen und kommen zu dem Entschluss, dass wir wohl mehrere Stunden anstehen muessten. Also erinnerten wir uns dem Ratschlag der Security Leute, die uns schon darauf hinwiesen, bei den Strassenhaendlern zu kaufen. Das nahmen wir jetzt gerne an und zahlen die 100% Preisaufschlag, wir hams ja... So jetzt kann uns niemand mehr aufhalten. Doch dann die naechste Entauschung, von wegen es gibt kostenlose Probierhaeppchen. Es gibt hunderte von Essensstaenden, allerdings muss man fuer die Gerichte immer noch einen kleinen Preis bezahlen. Und damit auch nicht genug, ueber das Gelaende bewegt sich ein Meer an Peruanern, die gut gelaunt sich bis zu einer Stunde an den Grillstaenden anstellen. Das laesst sich jedoch weder mit unserem Hunger noch mit der deutschen Abneigung lange warten zu muessen vereinbaren. Ein Glueck gibt es ein paar Staende an denen wenig los ist, dass Essen ist trotzdem super lecker. Sind wir sonst gegen die Extrabehandlung von Touristen, begruessen wir doch sehr eine abgegrenzte Zone mit ca 20 Tischen, nur fuer Touristen um mal durchzuschnaufen. Denn es schien schier unmoeglich unter den mehreren Hundert freien Tischen auf dem Messegelaende einen  freien zu finden. Nach diesen Strapazen goenten wir uns eine Reservierung in einem fuenf Sterne Restaurant. Die Gaenge jetzt einzeln zu beschreiben, waere dann doch eher langweilig. Es war sehr lecker auch wenn der Service sehr zu wuenschen uebrig laesst. Aber diese Geschichte kann der Niklas mal erzaehlen, dem auf grund unverschaemten Verhaltens zum Schluss fast noch die Gabel im Hals stecken geblieben ist.

lecker Ceviche  Auf der Mistura, Essensmessekein Durchkommen!Der Ajimeisterdie Protionen wurden wieder uebersichtlicher...aber bei 8 Gaengen wird man trotzdem satt

Die letzte Nacht in Lima und auch in Peru steht an. Am naechsten Tag geht unser Flieger nach Guayaquil, der Zwischenstop in Ecuador auf unserem Weg zu den Galapagos Inseln.

Ich weiss nich ob die Jungs ganz meiner Meinung sind, aber ich war dann doch eher froh die Grossstadt zu verlassen. Das permanente Gehupe, der immer bedeckte Himmel, die standig nervenden Verhandlungen mit den Taxifahrern. Dann doch lieber die von Menschen jahrtausende lang unberuehrten Galapagosinseln und ihrer ganz eigenen Evolutionsgeschichte!

Arequipa, Colca Canyon und Sniklas Geburtstag

Dienstag, 06.09.2011

Eine naechtliche Busfahrt in einem eher heruntergekommenen Vehikel samt Abgasen im Innenraum brachte uns morgens um halb 4 nach Arequipa. Aus Titicacagewohnheit begannen wir uns beim Aussteigen gleich erstmal dick einzupacken. Zwei aeltere Damen machten uns darauf aufmerksam, dass das nun nicht mehr noetig sei.

Wir waren einige Stunden zu frueh zum Check-In im Hostel, aber fuer eine zusaetzliche Nacht bezahlend wird man doch immer aufgenommen. Unser Hostel war diesmal eine ausgewiesene Partylocation. Hier sollten ja auch die Feierlichkeiten zu meinem Geburtstag stattfinden. Entsprechend dem besseren Wetter gab es dann auch einen Pool, den wir allerdings im Lauf der naechsten Tage nicht betreten wollten.

Nachdem wir uns ausgeschlafen hatten, ging es dann auf Erkundungstour durch Arequipa. Nicht nur wegen des Wetters fuehlten wir uns gleich sehr wohl. Die Altstadt war bezaubernd und die Leute waren sehr zurueckhaltend und man wollte uns nicht staendig irgendwas verkaufen. An diesem Tag hatten wir auch Tiago unseren brasilianischen Bekannten aus Cusco und Copacabana wieder dabei. Der wunderschoene Plaza de Armas wurde gekroent vom verschneiten Vulkan Misti, den man hinter der Kathedrale sehen konnte.

Das sonnige Arequipa scheint auch den Tauben gut zu gefallen... Plaza de Armas und schneebdeckte Vulkane im Hintergrund bei Nacht Sonnenuntergang vor Vulkanen Plaza de Armas

Hoehepunkt des Rundgangs war dann das Kloster Catalina. Das Kloster war frueher fuer die zweitgeborenen Toechter gedacht, und war ueber Jahrhunderte immer groesser geworden. Zu seinen Hochzeiten lebten dort 150 Nonnen plus jede Menge Dienstboten und anderes Personal. So entstand mitten in der Stadt, verborgen hinter hohen Mauern eine eigene kleine Stadt mit Strassen und allem was dazugehoert. Irgendwann hat dann ein Papst mal befunden, dass das doch etwas unschicklich fuer die Nonnen waere und schwupps mussten sich die Damen um sich selber kuemmern. Deswegen und weil man seine Zweitgeborenen einfach nicht mehr so gerne in Kloester schickt, hat sich die Damenanzahl immer weiter reduziert bis schliesslich nur noch wenige uebrig waren, zu wenige um die Riesenanlage zu pflegen. 1970 wurde dann alles fuer die Aussenwelt geoeffnet und unter staatlicher Verwaltung wurde alles restauriert und heute ist es ein veritabler Touristenmagnet. Noch immer gibt es einige Nonnen, die abgeschottet von der Aussenwelt in einem Gebaeude auf dem Gelaende wohnen.

Kloster Catalina Stadt in der Stadt Ave Katja! da lang Calle Malaga Der heilige Tiago, die heilige Jungfrau Katja und St. Niklas Palmen und schneebedeckte Vulkane

Nach diesem Highlight gab es dann abends noch ein paar Getraenke, aber es ging auch frueh ins Bett, weil wir am naechsten Morgen wieder frueh raus durften.

Fuer den naechsten Tag hatten wir naemlich eine Tour in den Colca Canyon gebucht. Der Colca Canyon ist circa 100 km lang, an seiner tiefsten Stelle tiefer noch als der Grand Canyon und stellt eins der wichtigsten landwirtschaftlichen Anbaugebiete ganz Perus dar.

Los gings um 7 Uhr vom Hostel aus mit einem Bus und einer buntgemischten Reisegruppe. Dabeiging es erstmal immer weiter hoch in die Berge. Dabei gab es immer mal wieder Stopps, um sich die wilden Llamas, Vicuñas und Alpacas anzuschauen. Der hoechste Punkt war dann bei knapp 5000 Meter erreicht, wo einige Mitreisende dann doch leichte Probleme mit der Hoehe bekamen. Angekommen im Colca-Tal wurden wir dann erstmal in einen Touristenschuppen mit Buffet bugsiert. Nach unserer letzten Erfahrung mit derartigem in Cusco standen wir dem Ganzen eigentlich recht positiv gegenueber, wurden aber augenblicklich enttaeuscht. Das Buffet kostete zwar auch nur 6€ aber das war einfach zu viel. Liebloses kaltes Essen mit unfreundlichen Kellnern. Selbst der bereitstehende Tee sollte dann noch extra bezahlt werden, echt unschoen. Nach diesem ernuechternden Ereignis wurden wir dann in unsere jeweiligen Hotels und Hostels aufgeteilt. Natuerlich war es keine Luxusunterkunft, aber ok war es auf jeden Fall. Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann auch schon gleich weiter bei unserer Pauschalreise: die Thermalquellen riefen nach uns.  Dort verteilten wir uns dann in einer schoenen Bergkulisse auf die drei vorgesehenen Touristenbecken und verbrachten zwei nette Stunden. Danach ging es mit dem Bus wieder ins Dorf. Naechster Stopp sollte dann das Abendessen inklusive Folkloreshow werden. Wir sind erstmal mitgekommen. Als wir dann aber das gleiche Personal wie Mittags und die horrenden Preise sahen, verabschiedeten wir uns dezent von der Gruppe. Im Ortszentrum haben wir dann eine nette Einheimischenkneipe gefunden, wo es das leckere Abendmenue(Suppe, Hauptspeisse, Dessert und Tee) fuer unschlagbare 1,20€ gab. Zufrieden mit unserer Fuchsigkeit konnten wir dann ins Bett steigen.

Vorsicht Lamas Wilde Viscunias Viscunias Eine Herde Alpacas Dieses suesse Alpaka... ..steht auf Zucker Unwirkliche Landschaften Alpakaherde in der Oase noch mehr Alpaka... Miradoes los vulcanes

Wenige Stunden spaeter um 6 Uhr wurden wir dann fuer das eigentliche Highlight der Tour abgeholt: den Weg zum Cruz del Condor. Ueber eine viel zu enge Strasse ging es erstmal immer weiter in den Canyon hinein. Nach 2,5 h kamen wir dann am Cruz del Condor genannten Aussichtspunkt an und waren auch fast die erste der Pauschalreisendengruppen. Da konnten wir uns auch noch eine gute Position sichern, um die majestaetischen Kondore bei ihrem morgendlichen Aufstieg zu beobachten. Kondore sind naemlich sehr energieeffizient (manche sagen auch faul) und lassen sich morgens einfach in den Canyon plumpsen und hoffen, dass die warmen Winde und Stroemungen sie langsam aber sicher auf bis zu 8 Kilometer Hoehe treiben. Das Ganze sieht wirklich beeindruckend aus!

Colca Canyon Condor, der groesste Vogel der Welt! 3 Condore nuzten den Auftrieb des Canyons Mit 4160 m doppelt so tief wie der Grand Canyon Condor auf Tiefflug Niklas und Katja vorm Abgrund Colca Canyon

Nach diesem Hoehepunkt und einer kleinen Wanderung, ging es dann wieder Richtung Ort zurueck. Dort gab es erneut eine Touristenabkoche. Nachdem aber diesmal das Personal ein anderes war, gaben wir dem Laden eine Chance. Leider war das die falsche Eingebung: diesmal war das Essen fast noch schlechter und mein Wackelpudding hatte auch noch eine Spinnenbeigabe. Brummelnd begaben wir uns dann wieder in den Bus und auf die Rueckfahrt nach Arequipa. Die Kondore waren beeindruckend, aber wir wissen nun, dass Pauschaltourismus eindeutig noch nichts fuer uns ist.

Zurueck in Arequipa wurde dann fleissig dem Alkohol zugesprochen und in meinen Geburtstag hineingefeiert. Die Barbesatzung im Hostel sorgte fuer die Getraenke und Katja und Moritz ueberraschten mich mit einer Flasche CocaPisco, einer inkamaessigen Muetze, ArequipaGlaesern und Sniklas mit Kerzen (Sniklas war einer der vielen Pseudonyme die wir waehrend unseres Trips verpasst bekamen). Einen besseren Einstieg in den Geburtstag kann man sich kaum vorstellen. Am naechsten Tag wurde ausgeschlafen und mittags erstmal ein leckeres Meerschweinchen verzehrt. Dabei gab es die lokale Variante Cuy chactao. Dabei wird das Tierchen mit einem Stein beschwert und dann frittiert. Lecker ist es ja mit einem hasenaehnlichen Geschmack, aber viel ist nicht dran. Das war in dem Fall allerdings sehr gut, weil unser eigentlicher Essenshoehepunkt an dem Tag erst noch kommen sollte.

Feliz cumpleaños SNIKLAS!! Inkamuetze und Cocapisco zum Geburtstag!lecker Meerschweinchen Ponchos und Pisco zum Waermen

Fuer mein Geburtstagsessen hatten wir uns was ganz besonderes ausgedacht. Tiago hatte uns vom absoluten peruanischen Sternekoch Gastón Arcurio erzaehlt. Sein Restaurant "Chicha" in Arequipa war genau bei uns um die Ecke und so ging es in Ausgehgarderobe (oder was sich Backpacker darunter vorstellen) in genau dieses Lokal. Da gab es dann perfekten Service und die koestlichsten Gerichte, die man sich nur vorstellen kann. Ueberrascht von den wirklich moderaten Preisen und in Erwartung von sternemaessig kleinen Portionen bestellten wir zwei Vorspeissenplatten und jeder ein Hauptgericht. Alles schmeckte so hervorragend das uns die Spucke wegblieb. Allerdings waren die Portionen so absolut riesig, dass wir bei unseren Hauptspeissen nur noch Teile schafften. Uns kamen fast die Traenen als wir halbgefuellte Teller zurueckgehen lassen mussten. Man munkelt, dass Katja immer noch von ihrem Spanferkelchen traeumt. Entgegen jeglicher Logik bestellten wir auch noch ein Dessert. Fuer dessen Bewaeltigung brauchten wir aber nochmal eine Stunde. Koestlich, koestlich, koestlich! Nachher schleppten wir uns aber nur noch zurueck ins Hostel. Das Feiern fiel uns dann auch erstmal noch schwer, da wir erst unsere alte Bewegungsfaehigkeit wiedererlangen mussten. Doch erprobt wie wir sind, waren wir dann doch noch erfolgreich.

Superleckeres Essen im CHICHA Spanferkel mit Kruste! Geburstagsessen Endlich wieder Latz tragen.. :) Wer soll das noch essen...?¿!

Am naechsten Tag war dann absolute Entspannung angesagt. Gegen Abend ging es dann zum Busterminal, wo wir unsere Reise nach Lima antraten.

Titicaca-See - wunderschoen und ganz schoen frisch

Samstag, 03.09.2011

Die peruanische Seite - Puno

Wieder ein mal geht es frueh um 7 zum Busbahnhof, ansteht eine 9 stuendige Busfahrt nach Puno. Geplant sind zwei Naechte in Puno, die peruanische Seite des Titicacasee und dann ab nach Copacabana, die bolivianische Seite des riesigen Sees. Es verspricht mal wieder anstrengend zu werden. Waehrend der Busfahrt zeigt sich eine traumhafte Landschaft Berge, blauer Himmel und teilweise schneebedeckte Gipfel.

Werbung auf peruanisch Peruanerin vor Andenkulisse Grasende Lamas vor schneeweissen Bergen Strahlend blaues Wasser unter strahlend blauem Himmel

Dann endlich wir erreichen unser Ziel und es stellt sich gleich die Frage wie kann man in so eine wunderschoene, landschaftliche Kulisse so haessliche Gebauede bauen?!

 

Puno Peruanische ArchitekturDie coolste Bar Punos

Auf gehts zum Hostal, welches zu den best bewertesten von Puno gehoert, wir wollen demnach die anderen gar nicht kennen. Immerhin von einer sehr netten Familie geleitet die auch einen Waschservice anbot. Unsere Waesche wurde von Hand gewaschen, nicht so effektiv und die von uns auf 5 kilo schwer geschaetzte Waesche, wurde dann mit 8 Kilo abgerechnet. Was solls wir gewoehnen uns langsam daran. Die Stadt hat nicht so viel zu bieten, nach einem gemuetlichen Abend in einer netten Backpacker Kneipe und einem kurzen Abstecher in eine einheimische Karaokebar gehts dann auch schon wieder zeitig ins Bett. Auch wenn unsere Fotos warme Temperaturen vermuten lassen, es ist vorallem ohne die Sonne richtig kalt. Wir befinden uns immerhin auf 3800 Meter Hoehe und der Titicaca-See, welcher 15 mal so gross ist wie der Bodensee, hat stolze 8 - 12 Grad.

Mit Sonnenbrille und Muetze

Am naechsten Tag stand der Besuch des Koka- und Folkloremuseums und des lokalen Marktes inklusive Verzehr des 2 gaengigen Mittagsangebots fuer schlappe 3 Sol (75 Cent) auf der Tagesordnung.

Karneval wird gross geschrieben in Puno Markttreiben

Nachmittag fahren wir zu den Urus, ein Volk, welches auf schwimmenden Inseln des Titicacasees lebt. Wir freuen uns auf eine gemuetliche Bootsfahrt und sind gespannt die Lebensumstaende der Menschen dort kennen zu lernen. Unser Reisefuehrer kuendigte schon an, dass es keinen Eintritt fuer die Inseln gibt, dies sich aber bestimmt bald aendert. Genau dieser Fall ist auch schon eingetreten. Ein kleiner Beitrag ist zusaetzlich zu zahlen, aber ist auch voll okay wenn es den Menschen dort zu Gute kommt. Die Bootsfahrt geht los, auf dem Weg zu den Inseln kreuzt ein einheimischen Boot aus getrocknetem Schilf unsere Route. Ein kleines Boot mit Motor schiebt das grosse Schlifboot, auf welchem ein Maedchen mit aller Kraft padelt. Das typische Boot der Einheimischen, welches der Mercedes des Sees sein soll, wie unser Guide erklaert. Wir nehmen das Boot in Schlepptau und tuckern weiter zu den Inseln vor. Es wird auch bei Ankunft auf der Insel klar, warum das andere Boot so selbtsverstandlich mit gezogen wurde. Der dickliche Mann aus dem Boot, stellt sich als der Praesident von 5 Hauesern vor und das junge Maedchen baut schon den Souvenirstand auf. Die Insel bestehen aus tonnenweise verklumpten Schilf auf denen immer wieder frischer Schilf gelegt wird und die Huetten sind auch aus getrocknetem Schilf. Auf jeden Fall eine beeindruckende Bauweise. Doch nun ging das ganze Touri Getue los wir bekommen eine kurze Einfuehrung, welche demonstriert wird mit Puppen und einer Miniatur der Insel. Dann duerfen wir in einen Blick in die Haueser werfen und sogar auf dem Praesidenten seinem Bett Platz nehmen. Dann schon der erste Aufruf, dass wir doch etwas kaufen sollen - Amigos. Doch nun zum Highlight des Ausflugs, so wird es uns angekuendigt, wir fahren noch ein mal zu der Insel gegenueber, die genau so ausschaut. Der Praesident besteigt sein Boot, den Mercedes des Sees und verkuendet, dass er uns fuer nur 6 Soles (1,50 Euro) pro Person rueber faehrt. Unsere Gruppe zaelt ca 12 Mann, wobei wir die einzigen nicht peruanischen Touristen sind. Keiner aus der Gruppe zeigt sich begeistert, auch wir wollen nicht mit fahren und schon wieder zahlen. Auch wenn es ein kleiner Betrag ist es sammelt sich doch zusammen. Vamos Amigos ruft der Praesident, keiner ruehrt sich. Okay neues Angebot, fuer nur fuenf Soles pro Person faehrt er uns rueber. Eine Familie aus Lima gibt zu erst nacht und besteigt das Boot, wir folgen. Nach und nach wurden alle an Board gebracht. Wir tuckern, angetrieben von einem kleinerem Boot die 100 Meter ueber den See. Unser eigentliches Boot, folgt uns, super Aktion. Angekommen auf der anderen Insel, werden wir wieder zum Shoppen aufgefordert. Die Souvenirangebote etwas mehr und es gibt einen kleinen Minimarkt. Moritz und ich muessen die 10 Soles fuer das Boot noch zahlen unseren 100 Soles Schein (25 Euro) kann keiner wechseln. Das ganze Dorf wird zusammen getrommelt und voilá nach 10 Minuten ist es geschafft und der Schein gewechselt. Keiner aus unserer Gruppe ist begeistert von dem Stopp, die einzige Loesung und da sind sich alle Passagiere einig - Bier muss her. Auch gut fuer die Urus, verkauft sich der ganze Kitsch doch nicht, Bier geht immer. Selbst die Gruppe von 3 ca. 15 jaehrigen Schulmaedchen trinken kichernd und heimlich ein Bier. Wir kommen mit den Mitreisenden ins Gespraech und es wird doch noch ganz nett.

Uroa Schilfboot mit Praesident und Anhang Die schwimmenden Inseln der Uros Watch your step! Stolzer Gewinner des Seetiefentippens (15 m)Goodbye Uros

Dann gehts endlich zurueck und auch nur noch eine Nacht in Puno und auf nach Copacabana in Bolivien.

Die bolivianische Seite - Copacabana

Der kleine Wahlfahrtsort (so bekannt das sich sogar eine Kapelle an der Kueste in Rio de Janero danach benannt hat) spricht uns gleich viel mehr an und unser Hostel kostet nur 3 euro pro Person im 3er Zimmer. Die heilige Jungfrau in Form einer Puppe in der oertlichen Kirche, deren Bekanntheitsgrad Copacabana zu verdanken hat konnte uns allerdings nicht wirklich begeistern. Das Essen dagegen umso mehr, vor Allem die frisch aus dem See gefangenen Truchas (Regenbogenforellen) schmecken bei den unglaublich guenstigen Preise hier in Bolivien noch viel besser. Wir bereuen schon unsere kostbare und knappe Zeit in Puno verbracht zu haben. Denn jetzt bleibt uns nur der naechste Tag fuer die Isla del Sol, wobei Uebernachtungen auf der Insel sehr empfohlen werden. Aber fuer uns heisst es frueher zur Insel tuckern, Nachmittags zurueck, um dann Abends den Nachtbus nach Arequipa zu bekommen.

Schoenes Copacabana Sonnenuntergang am Titikakasee Kuesse gegen die Kaelte In der Dofdisko mit unserem brasilianischem Kumpel Diego (der eigentlich weder Englisch noch Spanisch spricht :P)

Am naechste frueh fahren wir los mit einem Boot, dessen Captain ein etwa 10 Jaehriger Junge ist, der uns im Laufe der Fahrt noch mit seinem schlechtem Gesang unterhaelt (fuer welchen selbstverstaendlich im nachhinein abkassiert wird). Endlich nach ueber 2 Stunden Fahrt in Schrittgeschwindigkeit auf unbequemen Stuehlen erreichen wir die riesige Insel auf dem Titicaca-See. Wuerden wir die kalten Temperaturen des Wassers nicht spueren wir koennten glauben auf einer Insel im Mittelmeer zu sein. Der Plan ist vom Norden der Insel ueber eine 3 Stunden Wanderung in den Sueden zu laufen und da geht es dann mit dem Boot  zurueck. Doch erst mal ein paar Cent zahlen um die Ruinen zu begutachten. Die Sonne brennt erbarmunglos runter und die Landschaft zeigt, dass es hier wohl nie Regen gibt. Unser Wanderweg fuehrt ueber den Berg der Insel und wir kommen, endlich an die Hoehe gewoehnt, gut vor an. Wirklich beeindruckende Landschaft, in der Ferne sieht man am Horizont des Sees auch wieder schneebedeckte Gipfel. Unser Reisefuehrer warnt vor Wegelagerern, die eine zusaetzliche Gebuehr verlangen. Doch was tun wenn sie einem in den Weg treten? Der Betrag ist zwar minimal, doch wem kommt er zu Gute? Dem ganzen Dorf, einzelnen Personen? Wer hat Recht zu kassieren? Genau aus diesem Grund zahlen wir so ungern, auch wenn es sich fuer uns um kleine Preise handelt, eine offizielle Gebuehr zu Beginn der Route, da haetten wir nichts einzuwenden. Da wir die zwei alten, zahnlosen Herren wohl schlecht den Hang runter stossen koennen und wir keinen Stress wollen, zahlen wir die Gebuehr. Das Ganze passiert noch drei Mal. Endlich im Sueden angekommen, bleibt kaum Zeit, zurueck mit dem Boot ans Festland.

Schwein auf Isla del Sol Waer doch nur das Wasser nicht so kalt... Sonne satt Inkaruinen zu Ehren der Sonneninsel Schneebedeckte Berge vor kristallklarem Wasser Kaum Vegatation trotz Sonne auf 3800 Hoehenmeter Strassenblockade

Bolivien wird nach einem Tag wieder verlassen und mit dem Nachtbus geht es zurueck nach Peru, unser naechster Halt Arequipa.

Cusco und Machu Picchu - Am Nabel der Inkawelt

Montag, 29.08.2011

Landung in Cusco...sofort bekommen wir den kalten Wind und die Hoehe zu spueren. Als wir aus dem Terminal rauskommen, erleben wir gleich die besonderen Unterschiede zwischen "offiziellen" und anderen Taxen. Die Herren, die mit ihrem Offiziellschild wedelten, verlangten freche 30 Soles fuer die kurze Fahrt in die Innenstadt. 50 Meter weiter brachte uns dann ein netter, aelterer Mann, der kein Flughafen- aber trotzdem Taxifahrer war, ohne Verhandlungen fuer 10 Soles zum Hostel.

Landung am Nabel der Welt (Cusco) auf 3400m

Unser Hostel lag dann im oberenTeil Cuscos, was zwar danach klingt, als ob man eine malerische Aussicht haben koennte (die wir nicht hatten), gleichzeitig aber auch bedeutet, dass man einen gehoerigen Anstieg hinter sich bringen muss, wenn man im Zentrum war. Ja, wir klingen erstmal faul, aber die ersten Tage auf 3400 m machen einen doch erstmal recht lahm.

Die Stadt hat uns erstmal vom Hocker gehauen. Verstaerkt wurde dieser Eindruck noch durch die Tatsache, dass wir gerade aus dem extrem haesslichen Iquitos gekommen waren. In der Nachmittagssonne ging es dann erstmal zu einem McDonalds. Das klingt erstmal grausam, aber unsere Maegen waren noch etwas angeschlagen von der vorherigen Nacht und dem ploetzlichen Hoehenunterschied. Immerhin gab es exotische Saucen und eine einmalige Innenausstattung.

Schoenes Cusco Alte und neue Herrscher Inkas Regenbogenflagge

Nachher ging es dann direkt in die naechste Lounge, wo wir mit dem oertlichen Allheilmittel Kokatee fleissig an der Hoehenanpassung gearbeitet haben. Da gab es dann auch unser erstes (und bisher auch bestes) Alpaca-Filet. 

Kokatee gegen Hoehenkrankheit Cusco by night

Unser Hostel war dann ein echtes Partyhostel. Ein altes Kolonialgebaeude mit vielen schoenen Innenhoefen, eigener Bar und Restaurant und Reisebuero.

 

Am zweiten Tag haben wir dann die Stadt erkundet und uns wurde langsam klar, dass man die Schoenheit der Stadt auch mit absoluter Aufdringlichkeit und Gebuehren fuer alles bezahlen muss. Aber erst als wir dann die Tour nach Machu Pichu buchen wollten, wurde uns klar, wie weit das Ganze wirklich geht. Nachdem die Conquistadores die Ketchua ordentlich ausgeraeubert haben, holt man es sich jetzt mit allen Mitteln zurueck. Jede Kleinigkeit kostet und ueberall lauern versteckte Gebuehren. Da wir aber natuerlich nach Machu Pichu wollten, mussten wir uns dem ganzen wohl oder uebel stellen. Um das klarzustellen, ich habe nichts dagegen faire Preise fuer angemessene Leistungen zu bezahlen, aber die Mondpreise der Zugunternehmen und anderes kommen eher nicht der Bevoelkerung zu Gute.

Breakfast in the sunErstmal ein Schlummerchen auf der BankSafety first picture amigo Katja und Moritz mit Babyalpacca Babyziege und Indiodamen 12 sterniger Inkastein gesucht... .. und gefunden :D strassennamen sind hier etwas komplizierter...

Am dritten Tag buchten wir dann eine Stadttour, die uns auch zu den Ruinen ausserhalb der Stadt brachte. Der Ketchua-Fuehrer erklaerte nicht nur die Inkaruinen, sondern machte auch den einheimischen Einfluss auf die christliche Kunst deutlich. Da gab es dann eine Jungfrau mit dickem Bauch, einen dunkleren Jesus mit kraeftigerem Brustkorb wegen der Hoehe und auch einfach Lamas als Hintergrund in den Gemaelden. Bei den Ruinen von  Sacsayhuaman waren wir dann wirklich beeindruckt von der enormen Leistung der Inca(eigentlich heisst Inca nur Koenig oder Anfuehrer). Bloecke von bis zu 130 Tonnen Gewicht wurden ohne Hilfsmittel ueber mehrere Kilometer bewegt.

sexaywoman

Unsere Fahrt nach Machu Pichu begann dann mit einer Tour durch das Valle Sagrado - das heilige Tal der Inca. Leider wird man alle 1-2h Stunden auf einem Indigenamarkt rausgelassen, um irgendetwas zu kaufen. Es ist verstaendlich, dass alle von den Touristen profitieren moechten, aber, wenn man das fuenfte Mal das Gleiche angeboten bekommt, schaltet man einfach ab. Das Tal war dann sehr beeindruckend mit den Terassen, die vor Ewigkeiten zur landwirtschaftlichen Produktion angelegt wurden und den beeindruckenden Bauten in Ollantaytambo Auch hier war wieder beeindruckend zu sehen, wie man schwerste Steinbloecke ueber 8 km und 50 Hoehenmeter bis ans Ziel befoerdert hat. Erwaehnenswert ist an diesem Tag auch noch das Mittagessen: Vom Bus und unserer dauerredenden Fuehrerin wurden wir in einem malerisch am Fluss gelegenen Gasthof abgeliefert, wo wir fuer 24 Soles (6€) ein tolles Buffet bekamen. Ceviche(gebeizter Fisch), Sushi, Alpaca aus dem Ofen, Rinderherzen am Spiess, Alpaca-Carpacchio und tausend weitere Vorspeisen und Desserts gab es da im Ueberfluss. Nachmittags ging es dann von Ollantaytambo mit dem Zug nach Aguas Calientes. Der Zug war extrem eng, hatte einen einzigen Waggon, dafuer aber fuenf Servicekraefte und wuschelig weiche Sitze. Beim Boardservice konnten dann natuerlich auch nur zwei Leute bedienen, der Rest stand rum und hat nett geschaut.

kleiner Peruaner hmmmm Essensvorrat Indiomarkt von Pisac Katja vor ihrer Hacienda ohne worte

Ankommen in Aguas Calientes wurden wir von unserem Hostel abgeholt. Das lag in der Hauptstrasse und hatte ein Restaurant (da war es nicht allein, aber gleich mehr dazu). Katja und Moritz bekamen dann die Paaerchen-Suite und ich ein Zimmer mit zwei israelischen Jungs aus unserem vorherigen Hostel. Die Essenssuche gestaltete sich dann eigentlich nicht schwierig: es gab 20-30 Restaurants mit der gleichen Karte und den gleichen Preisen. Jeder dieser Laeden hatte zudem einen aggressiven Werber vor der Tuer sitzen und einen Steinofen fuer Pizza. Nachdem wir dann ein erwartungsgemaess mittelmaessiges Mahl genossen hatten, kam dann noch eine Servicegebuehr von 10% dazu. Angesprochen auf die Tatsache, dass das nirgends stehe, kam das entwaffnende Argument, dass das alle so machen wuerden... Das ueberzeugt!

Schnell ging es dann ins Bett, weil wir ja um halb fuenf schon wieder aufstehen durften, um den Sonnenaufgang auf dem Berg erleben zu koennen.

Am naechsten Morgen entschieden wir uns fuer den Bus nach oben. Nach kurzem Anstehen und dem geschickten Verstecken unseres Proviants (den man natuerlich oben kaufen sollte) gab es dann einen wundervollen Sonnenaufgang zu bewundern. Es ist schon etwas Besonderes, wenn langsam hinter den Bergen gegenueber die Sonne erscheint und Machu Pichu nach und nach von oben nach unten in Licht getaucht wird.

Amazing Machu Picchu Sunrise

Nach diesem Hoehepunkt ging es dann auf eine zweistuendige Tour mit Darcy unserem Guide und einer riesigen Gruppe. Der Guide sprach schnell und ohne Punkt und Komma. aber wusste uns jede Menge zu erzaehlen. Beeindruckend an Machu Pichu war diesmal weniger die Bauleistung (der Berg selber war diesmal der Steinbruch), sondern die Versorgungsleistung. Da es nicht alle notwendigen Gueter auf dem Berg gab, wurde alles muehselig ueber die Berge herangeschafft.

Zum Ende der Tour ereignete sich dann folgendes denkwuerdige Ereignis: eine aeltere Dame, peruanische Urlauberin, beugt sich zu einem offensichtlichen Haufen von Tierexkrementen runter, hebt ein paar Koeddel auf und wiegt sie sorgfaeltig in der Hand. Nach einiger Zeit fragt sie den Guide: "Qué es?, Guide:"Caca", Dame:"Caca de qué?", Guide:"Caca de llama"

Caca de que..??! Kaum zu glauben dass man eine Stadt auf einen Berg errichtet...

Nach der Tour stand dann unsere eigentliche Aufgabe an: die Besteigung von Machu Pichu Mountain. Viele Leute besteigen den Berg, den man auf den typischen Bildern von Machu Pichu rechts von den Ruinen sieht - Huayna Pichu. Wir jedoch hatten nur noch Tickets fuer den hohen Berg auf der anderen Seite bekommen.

Machu Pichu Mountain im Hintergrund

Also ging es frohen Mutes an den Aufstieg, der uns 400 Meter hoeher mit einer besonderen Aussicht belohnen sollte. Hunderte von grob gehauenen Stufen ging es dann aufwaerts, immer weiter und leider auch immer nebliger. Kurz vor dem Gipfel kamen uns noch Leute entgegen, die uns versprachen, dass man immernoch einen tollen Blick hat. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten waren wir dann am Ziel und haben genau gar nichts gesehen. Als Beweis unserer Leistung bleiben damit nur einige vernebelte Bilder von der Flagge auf dem Gipfel und ein verirrter Vogel. Waren die ewigen Stufen aufwaerts schon ein zweifelhaftes Vergnuegen, so waren sie abwaerts nur noch aetzend. Auf halbem Weg fing es dann noch an zu schuetten und wir waren froh wieder im Bus nach unten zu sitzen. 

Machu Picchu von oben Steiler Aufstieg Die muehen wurden allerdings leider nicht belohnt Katja in der Wolke Verregnete Aussicht

Unten angekommen hatten wir nur noch ein Ziel: die fuer Aguas Calientes namensgebenden heissen Thermalquellen zu erreichen. Ein strammer Marsch durch die so abwechslungsreiche Restaurantlandschaft brachte uns dann an das Ziel unserer Traeume. Endlich wurden unsere mueden Koerper von warmen Quellen erfrischt. Nur wir und die Bergkulisse bis dann ploetzlich Einheimische und eine amerikanische Maedelsgruppe die Becken fuellten. Das brachte uns dann auf den genialen Gedanken einfach noch was zu essen, bevor der Zug faehrt. Aus Einfachheit und da wir ja um die Vielfalt des Speisenangebots wussten, ging es einfach in das Hostel der letzten Nacht zum Essen. Erstaunlicherweise schmeckte es sogar recht gut und mit Tiago, unserem brasilianischen Anwalt, der weder Englisch noch Spanisch kann, aber immer eine Menge zu erzaehlen hat, verbrachten wir eine gute Zeit. Als es dann Zeit fuer die Rechnung war, wurde uns schlagartig der eigentliche Unterschied zwischen den verschiedenen Gaststaetten klar. Es ist der erhobene Maerchenaufschlag: diesmal gab es 20% Steuern auf den Endpreis. Der Kellner versicherte uns natuerlich gleich, dass das jeder im Ort so erheben wuerde. Nach einer kleinen Diskussion wurde das dann zwar auf 10% verringert, aber trotzdem waren wir wenig begeistert. Den Weg zum Zug fanden wir dann nur mit Taschenlampe, weil Aguas Calientes an diesem Nachmittag auch keinen Strom hatte. Nach einer schlafend verbrachten Zugfahrt ging es dann von Ollantaytambo mit dem Bus zurueck gen Cusco. Im Bus stiegen noch vier recht betrunkene Einheimische zu, wobei sich die betrunkenste und voluminoeseste Person einen Platz neben mir ergatterte. Sie hat gut geschlafen und auch nichts von meinem Kampf, um ein wenig Platz mitbekommen.

Aguas Calientes

Zurueck im Hostel gab es noch ein Abschiedsbier mit Tiago bevor es morgens frueh mit dem Bus weiter Richtung Puno ging.

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